Sie sind jetzt in der Rubrik für Erwachsene, die mit psoriatischen Kindern oder Jugendlichen zu tun haben: Eltern, Verwandte, Erzieher, Lehrer, Betreuer oder Nachbarn.

Wenige von Ihnen wissen, wie man "richtig" mit einem chronisch Kranken umgeht. Da ist einmal der immens hohe Zeitaufwand, weil ein Kind vieles nicht allein machen kann. Es muss jeden Tag behandelt werden. Sie gehen mit ihm von einem Hautarzt zum anderen oder auch zu Heilpraktikern. Es muss ins Krankenhaus oder in eine Klinik, oft weit weg von Zuhause. Gut wäre es jetzt, wenn ein Elternteil mit dabei ist. Mehrere Wochen lang. Das Kind ist verzweifelt und muss immer wieder aufgemuntert werden. Kontakte und Hobbys sollen trotzdem gepflegt werden. Sie selbst sind manchmal mutlos und wissen oft nicht weiter. Die Krankheit des Kindes ist das beherrschende Thema: In den Gesprächen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, mit Freunden und Verwandten. Alleinerziehende wissen oft überhaupt nicht, bei wem sie ihren Kummer abladen können. Geschwister fühlen sich zurückgesetzt, weil sich fast alles nach der Krankheit des Kindes richtet.

Sie müssen im Kindergarten, in der Schule oder im Sportverein erleben, wie das Kind wegen seiner sichtbaren Hautkrankheit gehänselt und ausgeschlossen wird. Selbst wenn alle vom Kopf her wissen, dass Psoriasis nicht ansteckend ist, ekeln sich viele vor kranker Haut.

Bei den meisten bricht die Psoriasis während der Pubertät aus. In dieser Phase fühlen sich jungen Menschen sowieso schon unwohl in ihrer Haut: Da ist die Akne. Dann schwankt man zwischen Kind und Erwachsener, ist unsicher, mag sich selbst nicht, will mithalten usw. Vor allem Äußerlichkeiten sind wichtig: Aussehen und Kleidung. Alle tuscheln über "süße Jungen" oder "hübsche Mädchen". Sie hängen sich die Fotos ihrer Idole an die Wand. Jeder Gleichaltrige wird an diesen perfekt gestylten Körpern gemessen. Wie können Sie Ihrer Tochter beibringen, das auszuhalten? Was sagen Sie Ihrem Sohn, der behauptet, wegen seiner Psoriasis guckt ihn kein Mädchen an? Man ahnt, wie schwer es ist, diesen Kindern und Jugendlichen trotzdem ein "gesundes" Selbstbewusstsein zu vermitteln. Sie als Erwachsene brauchen nicht nur viel Kraft und Geduld dafür. Vor allem erhoffen Sie sich ganz handfeste Hilfen, was man dem Kind sagen und wie man mit ihm umgehen könnte.